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Ulrich Stadter bei einer Indienreise 
auf einer Dachterrasse in Kalkutta


Wie kam ich zum

Yoga?


- Ein Bericht, Bilder und Gedanken von Ulrich Stadter -

Für eilige LeserInnen müßte ich an dieser Stelle in einem Satz sagen:
"Ja mei", aufgrund zahlreicher unterschiedlicher Erfahrungen hat es sich organisch so ergeben, daß ich in der Yogawissenschaft alles Wichtige vereinigt gefunden habe, was ich vorher in unterschiedlichen Quellen gesucht hatte.

Wenn Sie, liebe LeserInnen, etwas mehr Zeit mitbringen, können Sie sich gerne einen Tee holen und im folgenden einen Teil meiner Lebensgeschichte lesen.

Es gab in meinem Leben unterschiedliche Phasen, in denen ich mich jeweils für unterschiedliche Vorbilder begeistern ließ. Mal fand ich den Skifahrer Ingemar Stenmark 'cool', mal wiederum eher Mark Twains 'Huckleberry Finn' oder so ...

(Für Infos über meine Ein- und Aus-, Weiter- und Fortbildungen bitte klicken ...)

Diese Informationen sind nicht etwa gedacht als das weltweit 8375. Werk mit dem sinngemäßen Titel "Mein Leben",

sondern sollen vielmehr Ihnen, werte LeserInnen, das nachvollziehbar machen, was mich bewegt hat, in meinem bisherigen Lebenslauf bestimmte Wege zu verfolgen, die mich letztlich dahin gebracht haben, daß ich heute (2005) gleichzeitig unterschiedlichen Berufen nachgehe, auch als Bestandteil meines esoterischen - also nach innen führenden - 'Pfades', den ich die Yogawissenschaft nenne.

Das soll allerdings nicht etwa heißen, daß meiner Ansicht nach jeder Yogapraktizierende mehrere berufliche Betätigungsfelder haben müßte. Diese parallelen Schienen (Musiker und Yogalehrer) betrachte ich speziell bei mir als folgerichtigen Ausdruck meiner ganz persönlichen inneren Veranlagung.

Die Informationen sind nicht streng chronologisch geordnet, da sich manche davon, glaube ich, besonders in Querverbindungen zu Ereignissen in früheren oder späteren Zeitabschnitten von der Bedeutung her, die sie für mich hatten, klarer herauskristallisieren.





Zur Welt kam ich in einem Ort, der dadurch entstanden war, daß einst ein Fürst bei der Jagd im Wald unter einem Baum eingeschlafen war, einen eindrucksvollen Traum von einer Stadt hatte und diese daraufhin kurzerhand auch bauen ließ.

Der Platz, an dem der Baum gestanden hatte, gilt für manche Esoterik-Insider als eines der spirituellen 'Kraftzentren' Europas. Einige vergleichen ihn gar mit einer Art 'zweitem Stonehenge'.

Auf der Landkarte läßt sich sehen, wie viele Straßen und Wege sonnenstrahlförmig auf dieses Zentrum hinführen. Genau an der Stelle steht heute ein Schloßturm, von dem einige Meter entfernt Sicherheitskräfte patroullieren und das Deutsche Bundesverfassungsgericht bewachen.

Meiner Erinnerung nach erlebte ich eine relativ glückliche Ulrich Stadter in den 60er-Jahren Kindheit. Meine Familie wohnte in einem Ort mit dem fröhlichen Namen 'Busenbach'. Später wurde er - wahrscheinlich aus rein organisatorischen Gründen - nüchtern umbenannt in 'Waldbronn' (bei Bad Herrenalb).

Meine Mutter, eine gebürtige Münchnerin, mochte indes irgendwann den dort gesprochenen Dialekt nicht länger ertragen und das war einer der Gründe, warum unsere Familie Anfang der 70er Jahre umzog nach Oberbayern 'into Rosenheim'.





Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre:

neben meiner Schulzeit, klassischen Klavierausbildung und der darauffolgenden Ausbildung zum Combo-Arrangement von Ulrich Stadter Jazz- und Unterhaltungs-Musiker beschäftigte ich mich mit asiatischen Kampfkünsten.

Ich hielt mich im Zuge meines Studiums oft in München auf und nahm dabei nicht selten die Gelegenheit wahr, einige Zeit in Büchergeschäften zu verbringen, stets aufs Neue begierig, nützliche Informationen über sportliches Training, Beweglichkeitsübungen und dergleichen zu finden.

Das was gemeinhin als Pubertät bezeichnet wird, dürfte bei mir zu der Zeit in den letzten Zügen gelegen haben. Das hoffe ich zumindest.

Trotzdem saß mir nach wie vor sozusagen der 'Rebell vom Liang Shang Po' im Nacken, wenn auch in jener Lebensphase das bereits nicht mehr ganz so äußerlich zum Ausdruck kommen mochte wie noch einige Jahre zuvor in Form einer 'etwas' ungewöhnlichen Haartracht und einer durchs Ohrläppchen gespießten Füllfederhalterkappe ...

... als Zeichen der inneren Verbundenheit mit dem unerschrockenen Geist des Volkes der Massai, versteht sich ... oder waren es etwa die Papua?

(Sozusagen frei nach dem Motto der Neuguineanischen Kontaktanzeige: "Papua sucht Mamua." Aber Spaß beiseite!)

Fasching

Eines Tages fand ich in der Betrachtung literarisch eingebundener Yogabilder des bekannten Yogis B.K.S. Iyengar eine ungekannte Faszination bezüglich der unglaublichen körperlichen Beweglichkeit, über die dieser - bereits damals betagte - Mensch verfügte.

"Yoga muß her", dachte ich " - als Beweglichkeitstraining für den Kampfsport!"

Daß ich meinen späteren Yogalehrer Yogi Paramapadma Dhiranandaji Urkundenverleihung durch Yogalehrer Yogi Paramapadma Dhiranandaji zu dem Zeitpunkt noch nicht gefunden hatte, mochte mein Glück gewesen sein, denn der hätte mich ob so einer Gedankenverbindung nicht zu knapp Lehrer und Schueler gerügt - aufgrund eindeutig unangebrachter Motive für die Yogapraxis!


Meine lieben Eltern Eltern haben über die Jahre vermutlich einiges durchgemacht mit mir ...

Es dürfte damit losgegangen sein, daß meine Mutter Mutter die bewundernswerte Leistung vollbracht hatte, einen Dickschaedel Dickschädel wie mich überhaupt zur Welt zu bringen.

(Vier Jahre danach folgte mein Bruder Gregor, der später gemeinsam mit mir und unserem Stiefbruder Markus das Interesse für Yoga teilen und auch die Yogalehrerausbildung absolvieren sollte.)

Meine Mutter nahm jede sinnvolle Gelegenheit wahr, gesundes Selbstbewußtsein, kreative malen, kreativ sein Talente, Naturverbundenheit und Allgemeinbildung bei ihren Kindern zu fördern.

Meine Eltern spielten beide sehr gut Klavier und ermöglichten auch mir als Siebenjährigem erste Klavierstunden. Sie waren beide eingefleischte Beatles- und auch Jazzmusik-Fans (mein Vater hat einmal sogar ein Buch über Jazz geschrieben. Es wurde allerdings im Gegensatz zu seinen weiteren Büchern nicht veröffentlicht).

Ich mag mich entsinnen, daß ich als Fünf- oder Sechsjähriger jeden Abend bis acht Uhr aufbleiben durfte, um mit meiner Mutter Jazz zu hören. Unter anderem auf diese frühe, ungezwungene 'Gehörbildung' führe ich meine heutige leichte Handhabung dieser Art von Musik zurück.

Mein Vater Vater war stets ein wichtiger innerer Ruhepol für mich. Er hatte unterschiedliche Gebiete studiert, unter anderem Musik, Theologie, Psychologie, Hebräisch, Russisch und sich dabei einige ansehnliche akademische Titel erworben (seine 'Sammlung' umfaßt einen Professor- und zwei Doktorentitel).

Trotzdem hielt er solcherart Errungenschaften vom eigentlichen Sinn des Lebens her nicht für besonders wesentlich. Vielmehr war und ist die 'Weisheit des Herzens' seine Maxime.

Er war in seiner Jugend vorübergehend sogar Mönch gewesen - wobei das Wort 'vorübergehend' an dieser Stelle wahrscheinlich überflüssig ist, denn wäre er es geblieben, würden diese Zeilen hier vermutlich nicht existieren ...

Geblieben ist ihm nach wie vor das Interesse an ethischen Themen und deren Umsetzung im täglichen Leben.

Er hat einige Bücher geschrieben (vor allem über zwischenmenschliche Kommunikation) und leitete einige Jahrzehnte lang gemeinsam mit seiner zweiten Frau
(die genaue Darlegung unserer in Richtung 'Patchwork' gehenden Familienverhältnisse dürfte hier den Rahmen sprengen ...)
das Institut für Beziehungslernen und Beziehungstherapie in Oberbayern.

Er war es, der mir als angehendem Jugendlichen ein Kampfsporttraining nahegelegt hatte, allerdings nicht etwa aus gewaltverherrlichenden Gründen. Ich hatte eine ungute Erfahrung mit einigen zur Gewalttätigkeit neigenden Altersgenossen einstecken müssen.



Die Zeit der hüpfenden Lehrer


Mein Vater selbst hatte einige Jahre im Karatetraining verbracht und wußte offenbar einmal wieder, wovon er sprach, als er mir sagte: "Die größere Kunst ist es, nicht zu kämpfen, sich nicht provozieren zu lassen. Mach das Training, Du wirst sehen: Du bekommst dadurch so viel Selbstvertrauen, daß es sowieso keiner mehr wagt, Dich anzurühren."

Genauso war es auch. Ich hüpfte und kniebeugte mich durch zahlreiche Übungsabende, kickte mich durch einige Prüfungsbretter, bis ich nur zwei Prüfungen vom Schwarzgurt im Tae-Kwon-Do entfernt war.

Danach stieg ich um auf 'Kung Fu'. Da gab es ein Extra-Kampftraining mit besonders 'geilen' Zirkel-Übungen:

so lange wie ein Mitschüler benötigte, um an nach vorne ausgestreckten Armen eine Rolle mit einer Schnur und einem Gewicht daran einmal vollständig hinunter- und hinaufzurollen,
so lange konnten die Übrigen erschnaufen bei
Sandsackboxen mit Hanteln in den Händen,
Liegestützen mit den Füßen auf dem Fensterbrett,
Froschsprüngen über Hindernisse und vieles mehr.

(Liebe LeserInnen, haben Sie mal "Froschsprünge" über Hindernisse gemacht? Wenn ja, dann verfügen vermutlich auch Sie über praktische anatomische Kenntnisse bezüglich der genauen Lage der Lungenflügel ... zumindest Ihrer eigenen - sofern diese danach überhaupt noch vorhanden sind!)

Sonne im Nebel

Jedenfalls hat Gott sich das eine Weile geduldig angeschaut und war allerdings irgendwann wohl der Meinung, daß dieser extremen 'Raja-Guna' (aktivitätsbetonten Eigenschaft) allmählich - bzw. in meinem Fall eher plötzlich - ein Riegel vorgeschoben gehörte ...

... und so schickte Er mir während eines Sparring-Trainings einen Moment der Unaufmerksamkeit, sodaß mein Kampfpartner ungehindert meinen Unterarm als Bruchtest-Objekt verwenden konnte - mit Erfolg.

Die nächsten Wochen verbrachte mein Arm zuhause im gemütlichen Gipsmantel und auch der Rest des Körpers ließ sich nicht im Trainingsraum sehen.

Von diesem Zeitpunkt an hat sich mein Engagement bzgl. Kampfsportarten irgendwie verlaufen. Wer bereits einmal so ein Außer-Gefecht-gesetzt-Sein erlebt hat bezüglich einer Tätigkeit, deren Beherrschung von ständigem Training abhängt, der weiß, wie frustrierend so etwas sein kann.

Ich persönlich ging damit in der Weise um, daß ich - wohl auch sozusagen aus 'verdrängungs-psychologischen' Gründen - mich z.B. mit neuer Literatur beschäftigte.

Danach trieb ich viele weitere Jahre lang für mich allein Sport und schrieb aus gesundheitsforschungssicherheitstechnischen Gründen geheime Trainingspläne - von denen manche so geheim waren, daß ich sie irgendwann selbst kaum mehr verstand - indes war die Zeit der bis an die Zimmerdecke hüpfen könnenden Lehrer bei mir eindeutig vorbei.

Johanniskraut Grashuepfer

Trotzdem hatte einer meiner Kampfsporttrainer namens Hr. Sparrer aufgrund seines angenehmen Charakters, seiner witzigen Äußerungen* und vor allem auch der spürbaren Betonung des sogenannten 'Do'-Anteils - des 'Weges' oder der geistigen Haltung in den meisten Budo-Sportarten - einen tiefen Eindruck in mir hinterlassen.

(* Original-Ton: "Nächstesmal bitte Zehennägel schneiden!", dann im Flüsterton weiter: "...und für alle, die es nicht gewußt haben: man kann sie auch waschen!")

Er hatte einmal gesagt: "Die ganze Kampfkunst ist wertlos, wenn sie Dir nicht hilft, Deinen praktischen Alltag zu bewältigen."


Im Rückblick auf diese Zeit bestätigt sich mir immer wieder der Gedanke, daß manchmal vielleicht einfach etwas Neues ins Leben zu kommen im Begriff ist, das sich sogar unterbewußt vorbereitet, indem einem alte Möglichkeiten ferner rücken.


Vom Sport zum Yoga ...



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