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Notizbuch 2013-04-24
Gleichgewicht, Balance



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Gleichgewicht, Balance

Gleichgewicht als grundlegendes Lebensthema mag dem action-gewohnten und neugierigen Menschen als ein eher langweiliger Begriff erscheinen.
Wenn wir allerdings genau hinschauen, ist das allerdings überhaupt nicht der Fall, im Gegenteil. Die besten Bogenschützen der Welt beispielsweise benötigen wohl kaum etwas so sehr wie perfektes Gleichgewicht - äußerlich und innerlich.

Gleichgewicht bezüglich unseres im weitesten Sinne gesundheitlichen und spirituellen Zustandes hängt in hohem Maße zusammen mit unserer wahrheitsorientierten Ansicht (gemeint ist "rechte Ansicht" im Sinne Buddhas) bezüglich dessen, wer oder was wir wirklich sind.
Stellen wir uns als technisches Beispiel eine Maschine vor, deren Funktionalität ohne optimiertes Gleichgewicht in der Position ihrer physikalischen Aufstellung sehr eingeschränkt wäre.
Nehmen wir an, die Maschine sollte in genau lotrechtem Winkel aufgestellt sein, um ihre Funktionalität voll ausfahren zu können.

Damit ein praktischer Bezug ersichtlicher ist, können wir uns die Art der Maschine zB vorstellen als etwa ein Lautsprecher-Rotorkabinett für elektronische Orgeln (um ein Beispiel aus der Musik anzuwenden), bei dem die wesentliche Funktion davon abhängt, daß die horizontal drehbar gelagerten Lautsprecher sich ungehindert frei bewegen können.
Als alternatives Maschinenmodell könnte vielleicht auch eine Waschmaschine dienen, bei der sich vermutlich auch der technische Laie gut vorstellen kann, daß sie nicht in jeder beliebigen Position gleich gut funktionieren würde, zB wenn sie von der Höhenachse her um 90 Grad gedreht wäre, also mit der Öffnung etwa nach oben hin daliegen würde.
Auf technische Beispiele wie oben beschrieben wollen wir später in diesem Artikel zurückkommen.

Zwar ist der Gottesbegriff bereits eine Projektion des uneingeschränkten Lebens, das wir wirklich sind. Solange oder sobald allerdings wir uns vorwiegend als Körper identifizieren, benötigen wir so eine Projektion sozusagen als Durchgang oder Schnittstelle, um wieder eine Verbindung mit unserer Gesamtheit des Seins herzustellen.
Ist diese innere Verbindung zum All-Sein bereits mehr gefestigt, so beginnt die Grenze zwischen dem individuellen Selbst und dem allmächtigen, all-beschützenden Gott-Faktor eher zu verschmelzen.

Je mehr wir uns daran erinnern, wer oder was wir wirklich sind, desto weniger Platz bekommen Ängste aller Art in unserem Leben, da wir alles im richtigen Verhältnis sehen.

Nach dem Aufwachen aus einem Schlaf (wohl in der Regel morgens), wenn das Bewußtsein, das wir sind, beginnt, die physische Welt wahrzunehmen,
gibt es einen kurzen (oder je nachdem längeren) Moment, in dem wir uns noch mit dem uneingeschränkten Bewußtsein identifizieren, als das wir unser Dasein im Tiefschlaf genossen hatten.
Dann, mit vermehrter Wahrnehmung des Körpers, kommt eine Art Entscheidungsmoment, in dem wir bestimmen, womit wir uns heute identifizieren wollen.

Bhajan Musik modern:
Indische Bhajans, Kirtans, Mantra-Musik ...


Der physische Körper hängt wie das letzte Glied an einer langen komplexen Kette unterschiedlicher Aggregatzustände und Möglichkeiten dessen, was wir wirklich sind.
Nach dem Aufwachen ins sogenannte Wachbewußtsein (das in der Regel beileibe nicht etwa das Wacheste ist, dessen ein Mensch fähig ist) legt sich aufgrund der Funktionsweise des kosmischen Täuschungsprinzips (Maya, satanische Kraft) eine Identifikation des Selbst mit dem physischen Körper oder damit verwandten Themen nahe.
Allerdings sind trotzdem Gottseidank auch weitere Entscheidungen möglich und bleibt es, genau betrachtet, unserer eigenen Entscheidung überlassen (zumindest in dem Moment noch recht deutlich), ob wir so eine Suggestion (Nahelegung) akzeptieren oder nicht.

Eine spirituelle Chance ergibt sich beispielsweise, wenn wir in der Lage sind bzw uns dafür entscheiden, uns als diejenige raum- und zeitunabhängige Instanz zu betrachten, die sich selbst als unterschiedliche Rollen-Anteile in unser menschliches Leben hineinprojizieren kann (und das normalerweise auch unterbewußt tut),
zB als das wie wir unsere physischen Eltern zu erleben pflegen oder weitere Persönlichkeitsanteile als zeitweise Rollen unseres menschlichen Daseins, zB auch biologisch-entwicklungsbedingte Altersstufen.

Vielleicht sollten wir von Zeit zu Zeit eigenartige statistische Vergleiche anstellen, um besser herauszufinden, welche Arten von Projektionen im Leben sich eher lohnen und welche eher nicht (vor allem, wenn uns klar ist, daß wir sehr wohl über Wahlmöglichkeiten verfügen!).

Wieviel Menge an Nahrung beispielsweise haben wir wohl im Laufe eines Erwachsenenlebens in den Körper hineingestopft? Vermutlich einige Dutzend Tonnen, je nachdem.
Wieviel Zeit an Arbeit mußten wir dafür aufbringen, um uns das leisten zu können? Wärmt die Körperwärme, die dadurch entstanden sein mag, uns genauso wohlig genau im Hier und Jetzt?
Hat uns das unterm Strich die Lebensqualität gebracht, die wir im Vorfeld (also auch zum jeweiligen Zeitpunkt der Entscheidung) da hineinprojiziert hatten?
Falls nicht, dann scheint etwas aus einem Gleichgewicht geraten zu sein, das wir nicht notwendigerweise hätten aufgeben müssen, auch wenn es uns von noch so vielen (inneren oder äußeren) Seiten her wiederholt nahegelegt worden sein mag.
Der aufrichtige Wahrheitssucher mag vielleicht auf Anhieb nicht wissen, wie er eine Frage, ob er jemals etwas bereut hätte, genau beantworten würde. Was er allerdings bestimmt sagen kann, ist, daß er die in tiefe Meditationen zur Selbstverwirklichung investierte Lebenszeit ganz gewiß nicht bereut.
Denn das hilft ihm auch im Heute, Hier und Jetzt, die Dinge besser zu sehen, wie sie wirklich sind auch auch sich selbst besser als das zu erkennen, wer oder was er wirklich ist.

Wenn wir sozusagen bhakti-(hingabe-)artig im eingangs erwähnten Bezug zum Gott-Faktor als Du-Entität verbleiben bzw diese immer wieder bestätigen wollen, dann ist das gewiß im Sinne der hingebungsvollen Gottsuche genug.
Wenn wir unseren All-Bezug mehr im advaitistischen (nicht-zweiheitlichen) Modus handhaben möchten, dann können wir die gesamte Projektionsinstanz der Schöpfung auf unsere eigene Einbildung oder Einsicht übertragen. Wer sollte uns daran hindern können?

Bezüglich der Handhabung speziell der materiellen Ebene mag ein Unterschied zwischen einem Materialisten und einem mehr spirituell orientierten Menschen der sein, daß der Spirituelle sie als grobstoffliche Ausdrucksmöglichkeit nutzt, während der Materialist ihr nachläuft.

Bhajan Musik modern:
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Bezugnehmend auf das eingangs erwähnte Beispiel einer hypothetischen Maschine, die im physikalischen Gleichgewichtszustand aufgestellt sein sollte, um optimale Funktionsfähigkeit zu gewährleisten,
möge ein Licht darauf geworfen sein, daß mancher ernsthaft und regelmäßig mit Hilfe wissenschaftlicher Übungstechniken Meditierende vielleicht die Erfahrung gemacht haben mag,
daß in einem Zustand, wenn die inneren Rhythmen zur Ruhe gekommen sein bzw sich möglichst harmonisch aufeinander eingeschwungen haben mögen,
wenn also als Selbst-Punkt eine Art ruhiges Gewahrseins-Auge im Inneren des unaufhörlich abwechslungsreichen Welten-Sturms wahrnehmbar geworden ist,
daß dann das Selbst als eine Art uneingeschränkte Bewußtseins-'Wolke' oder Sphäre sich zentriert fühlt innerhalb mehrerer, sozusagen zwiebel-artig ineinander liegender Bewußtseins-Anteile oder Schichten,
die auch die Funktionen von Mitmenschen, vor allem auch nahe Bezugspersonen beinhalten, mit denen das Individuum auch in der physischen Welt zu tun zu haben pflegt,
also etwa Eltern, sonstige enge Verwandte, Figuren aus dem beruflichen Feld usw.

Wohlgemerkt sind deren Funktionen anlagenmäßig in uns selbst enthalten. Wir neigen dazu, sie dann ab dem Moment des physikalischen In-Beziehung-Tretens auf jeweilige Mitwelt-Figuren zu projizieren.
Das mag einerseits Sinn machen, zumal dann auch wir in unserer materiellen Rolle uns spezialisieren und unsere individuellen Stärken besser nutzen können
- zumindest solange alles ideal verläuft, soll heißen: so lange alle Mitwirkenden gleichermaßen hochmotiviert ethisch engagiert sind und auch in ihrer Rolle bleiben, die sie uns gegenüber angeblich eingenommen haben (... was selbstverständlich utopisch ist!).

Der gleiche Anspruch sozusagen der Rollentreue gilt freilich auch für uns selbst. Das unerwünschte Gegenteil wäre zB etwa das was man in manchen psychologischen Schulen 'falsche Verträge' nennt.

Nach tiefer Meditation können wir in uns selbst manchmal unterschiedliche Strukturanteile unseres Seins wahrnehmen, von der räumlichen Lage her erinnernd an eine Art Zwiebelschichten oder auch die bekannten ineinander verschachtelten Russischen Püppchen.
Sie scheinen im Idealfall ohne Reibung oder Berührung ineinander zu schweben.

Wenn also möglichst viele jener inneren Funktionen, die wir in der Regel 'nach außen' auf Mitmenschen projizieren, bereits im un-projizierten Zustand in uns selbst wahrnehmbar sind,
dann ist das ein Zustand von Gleichgewicht und entspricht dem vorab genannten technischen Beispiel, daß die "Maschine" in genau lotrechtem Winkel aufgestellt ist und somit ihre Funktionen (zumindest potentiell) voll entfalten kann.

So wie etwa in einer Jam-Session-Gruppe ein guter Musiker sich erst einmal zurückhält und beobachtet, was sich entwickelt, um dann eine umso gezieltere und treffendere Einstiegsmöglichkeit zu finden,
so kann der Meditierende nach seinen morgendlichen Übungen erst einmal eine Weile im ruhigen Auge des Zyklons verbleiben,
um dann zum richtigen Zeitpunkt zu sehen, welche der vielen möglichen inneren Rollenanteile oder Vorgehensweisen an dem Tag den jeweils möglichst passenden Rhythmus in Gang bringen oder bereitstellen können, um seine Gleichgewichts-Regelkreise zum aktuellen Zeitpunkt optimal schließen bzw weiterentwickeln zu können.


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