Wer?
- Selbstergründung

Glossar Kultur, Gesundheit, Philosophie



"Tada drastu svarupe vasthanam." - Rishi Patanjali Übersetzungsversuch des Autors:
"So verweilt der Sehende in Form seiner Selbst / seiner Wesens-Identität."


'Wer?' im Sinne von Ramana Maharshi's* Subjekt und gleichzeitig Objekt der Selbstergründung ist die zentrale Frage auch unseres Sadhanas (Übungsweges, Übungsfeldes).

* Ramana Maharshi: ein bekannter Südindischer 'Großmeister' der Selbsterforschung/Selbstergründung

In diesem Zusammenhang tauchte im Geist des Zusammenhang-Suchers ein Sinnbild aus dem Bereich der Natur auf, genauer gesagt der Wassertiere, noch genauer der Salmoniden-Fische: der Lachs
- in dem Fall als Symbol für den 'Wer'-Sucher, der auch gleichzeitig dieses 'Wer' ist.
Als charakteristisch für den Lachs mag gelten, daß er
"Wer durch das regelmäßige und ernsthafte Praktizieren wirkungsvoller, wissenschaftlicher Methoden zur Selbstverwirklichung schließlich die eigene innere Göttlichkeit wahrnimmt,
kann auch die gleiche Göttlichkeit in Allen wahrnehmen."

Der Musiker beziehungsweise Harmonielehre-Kundige könnte das 'Wer'-Phänomen eventuell musiktheoretisch vergleichen mit der Rückkehr zur ersten Stufe innerhalb der Kadenz und ihrer Variationen.

Spiritualität und Musik sind seit Menschengedenken miteinander verknüpft,
daher genauso Musik und Yogawissenschaft, zumindest insofern sich mit Letzterer vor spirituellem Hintergrund beschäftigt wird. Außerdem ist das Herkunftsland des Yoga, Indien, geradezu als legendär zu bezeichnen, was die Entwicklung, verfeinerung und Erhaltung nicht zuletzt auch seiner Musikkultur anbelangt.

"Der größte Beweis für die Existenz Gottes liegt in der Praxis von Kriya-Yoga. Das ist der Grund, warum Kriya-Yoga sich in so viele Länder ausbreitet." - Yoganandaji

Wie Yoga-Insidern bekannt sein sollte, versteht der Kriya-Yogi "Tapah" als "mit der Aufmerksamkeit bleiben im Ajna-Chakra (geistiges Auge, feinstoffliches Energiezentrum in der Kopfmitte)".
Dabei handelt es sich sozusagen um einen pranayama-technischen Aspekt der Angelegenheit.

Als weitere Perspektive auf dieselbe Sache eignet sich hervorragend auch die Philosophie nach Ramana Maharshi.

Obwohl Ramana Maharshi nicht etwa Übungstechniken so sehr betonte, sondern mehr eine innere Haltung,
kann und sollte durch den Wahrheitssucher, dem der Sinn nach Übbarem steht,
jene Frage 'Wer?' durchgehend weiterverfolgt werden
und zwar ohne etwa den Versuch, dabei die Frage verbal zu beantworten (!) ,
auch wenn uns so eine Art Umgang mit einer Aufgabenstellung, die gerade in Form einer Frage auftritt, zunächst vielleicht ungewohnt erscheinen mag.

Situationstechnisch sollten wir dabei nicht etwa viel Unterschied machen, ob es sich etwa um ein das im Vorfeld erlangte Wissen direkt ins Physische umsetzende 'Prakriti*'-zieren von Sadhana-(Übungs-)Techniken
oder sozusagen um mechanisch-physisches Atome-hin&her-schieben in der Welt handelt.

* Prakriti: im Gegensatz zu ihrem Paar-Ergänzungsaspekt Purusha (unmanifestierte Kraft) ist Prakriti diejenige Instanz, die dafür sorgt, daß unsichtbare Energie in den wahrnehmbaren Bereich tritt.
Beispiel: wenn ein Sonnenstrahl durchs Weltall fällt, ohne auf irgendeinem Objekt aufzutreffen, so bleibt er unsichtbar und somit im Purusha-Zustand. Den Prakriti-Anteil darstellen würde ein Objekt (zB ein Planet), dessen Oberfläche durch Reflexion das Licht sichtbar macht.


Weitere Übungstechniken wie zB Mudras und Pranayama-Übungen sind, wenn auch wesentliche und zum Teil unglaublich machtvolle Bestandteile eines aufbauenden Yoga-Sadhanas, so trotzdem relativ peripher im Vergleich mit der Frage 'Wer?'
- vorausgesetzt, daß wir an dieser Art Vorgehensweise irgendetwas begriffen haben sollten.

Man könnte auf die Idee kommen, daß die Beschäftigung mit dieser Art der 'Wer?'-Frage gewisse intellektuelle Voraussetzungen erfordern würde, um darüber besser nachdenken zu können.
In gewisser Hinsicht ist allerdings eher das Gegenteil der Fall:
wir sollten vielmehr in der Lage sein, uns zu WEIGERN, auf die übliche Weise nachzudenken.

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Das Wort "nachdenken" ist bereits vom Begriff her ohnehin irgendwie immer hintennach - also in der Regel nicht unbedingt am Puls des Wahrnehmens der Dinge, wie sie wirklich sind.
Wirklich treffsicher und mit hilfreichem Ergebnis Nachzudenken erfordert streggenommen eine sehr solide geistige Grundlage und zwar nicht nur intellektuell, sondern umfassender.

Denn gerade ein zu einseitiges Intellektualisieren hat bereits so manchen Wahrheitssucher daran gehindert, die Wahrheit zu sehen, obwohl sie ihm sozusagen mehr als direkt ins Angesicht starrte.
(Siehe zB diverse Diskussionen verzweifelter Fragesteller mit Ramana Maharshi ...)

Wenn uns wirklich klar ist, 'Wer' das handelnde Wesen bei etwa Übungen zur Selbstergründung ist, dann ist die Übung eigentlich überflüssig.

Wer ist das handelnde Wesen?
Das gleiche Selbst, das wir sind, kann sowohl in Form der geraubten Prinzessin (siehe die legendäre Sita) auftreten, als auch in Form des Helden (Rama), der sie rettet.
Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht:
dieses 'Wer' das wir sind, spielt auch gleichzeitig in einer weiteren Rolle den Bösewicht (Ravana), der die Prinzessin entführt hat
- der innere Selbstsaboteur, der in unserem eigenen Denken sitzt und der darauf lauert, seinen verdeckten Gewinn einstreichen zu können, welcher ihn jedoch letztlich niemals glücklich macht.

Der Bösewicht oder innerer Schweinehund in uns findet sozusagen nur dann ein glückliches Ende, wenn er vom guten Helden in uns zur Strecke gebracht wird. Denn so wie kein Tyrann freiwillig abtritt, kann der innere Schweinehund nicht etwa seine dämonische, zerstörerische Wesensnatur ändern.

Die großen Heiligen Schriften wären immerhin nach wie vor außergewöhnlich interessante Geschichten, selbst wenn sie dem Wahrheitssucher nicht die Gelegenheit gäben, hier und heute etwas in sich selber besser zu verstehen.

Da sie das sehr wohl tun und zwar auf zeitlose Weise, gehört zum Beispiel für Yogis das sogenannte Svadhyaya (Schriftenstudium und auch Selbststudium) zu den Grundregeln.

"Tapah svadhyaya Ishar-pranidhanani kriya yoga." - Rishi Patanjali
Übersetzungsversuch:
"Das Verweilen im Selbst, Schriftenstudium/Selbststudium und Hingabe an Gott sind Kriya-Yoga."


Bemerkenswert ist, daß es sich hierbei um einen spezifizierten Auszug von Dreien der zehn yogischen Grundregeln (Yama-Niyama) handelt.

Musik-Alleinunterhalter Hessen, Bayern, Thüringen, BW, NW, RP ...


Wenn dieses ominöse 'Wer' also zum Selbst in allen Wesen geworden ist, dann sollte das logischerweise (wobei von ganzheitlicher Logik auszugehen versucht wird) heißen,

daß Es über irgendwelche wie auch immer näher definierten Bewußtseinsbereiche Seiner Selbst
auch zu allen scheinbar unterschiedlichen Formen und Phänomenen im Raum-Zeit-'Kontinuum' geworden sein muß,

also auch zu allen Mitwesen, die ein scheinbar individuelles 'Wer' jeweils in seiner geistigen und physischen Umwelt wahrnehmen mag
- was wiederum heißt, daß Es sowohl zB zu solcherart Mitmenschen geworden sein muß, von denen wir uns vielleicht manchmal auf die eine oder andere Art genervt fühlen mögen,
als auch zu Allen, auf die das nicht etwa zutrifft und sogar allen als heilig bezeichneten Figuren, Namen und Formen, die zB in Heiligen Epen vorkommen.

"Es gibt weder Zeit noch Raum - alles geschieht in Eurem eigenen Bewußtsein." - P. Yoganandaji

Ist die Frage überhaupt sinnvoll, beziehungsweise macht es überhaupt einen Unterschied, ob 'Avatare - Herabgestiegene' oder prophetische Figuren wie zB Jesus Christus tatsächlich in physischer Form auf der Erde herumgelaufen sind oder nicht?
Tatsache bleibt, daß das Wahrnehmen und selbst wenn auch nur teilweise Anwenden der konstruktiven Lehre eines Christus bisher über Jahrtausende hinweg bereits Millionen von Menschen de facto geholfen hat, glücklicher zu leben und ein besserer Mitmensch für Alle zu sein.

Angesichts dessen kommt uns der Italienische Spruch in den Sinn: "Se non é vero, é molto ben trovato." - "Selbst wenn es nicht die Wahrheit sein sollte, dann ist es sehr gut erfunden."

Selbst wenn die Lehre der Wahrheit und mit ihr alle Christusse und großen Propheten als Beispiel-Figuren alle nur erfunden wären,
dann müßte nach unserer Logik trotzdem nach wie vor der jeweilige Erfinder den Titel Christus und Prophet verdienen.
So ziemlich der einzige Unterschied wäre der, daß der Erfinder anonym bliebe. Der ethische Wert der Lehre wäre keineswegs geschmälert.

Mit anderen Worten:
die geistige Welt ist die wahrere Welt, weil sie näher an der Quelle ist, hilfreicher sein kann und fester steht als alle Materie allein es je vermögen wird
- Christusworte sind sozusagen fester als alle Diamanten aller Welten zusammen.

Deswegen ist die Bedeutung aller Welten und ihrer Formen relativ, während das verwirklichte 'Wer' als das die feinstofflichen Grundlagen auch der grobstofflichen Welten beherrschende, "ein-geborene"* Kind Gottes

Bhajan Musik modern:
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* (siehe Advaita: keine Zwei, weil Es als kosmosdurchdringendes Bewußtsein Dasselbe in allen Wesen ist und es nach unserer Logik nicht etwa zwei voneinander unabhängige Unendlichkeiten oder kosmosdurchdringende Bewußtseine geben kann)

unabhängig ist vom Zeit-Raum-Kontinuum oder sonstigen Relativitäten und deswegen aus jenem Christusbewußtsein (Chaitanya) heraus geäußerte Wahrheiten absolute (also nicht etwa nur relative) Gültigkeit besitzen und "nicht vergehen" können.

Wichtig ist hierbei zu bedenken, daß das Eine Selbe sich nicht etwa auf eine einzige bestimmte Form oder menschliche Figur bezieht. "Eingeboren" bezieht sich nicht auf die Materie, sondern auf die Schöpfung überhaupt, deren ursächliche Kräfte auch für alle grobstoffliche Materie in feinstofflichen Aggregatzuständen liegen.

Somit kann "eingeboren" nicht etwa heißen, daß nur ein einziges Mal in diese materielle Ebene ein Mensch hineingeboren worden sein soll, der das kosmosdurchdringende Bewußtsein voll und ganz verwirklicht hat
beziehungsweise zu dem geworden ist, was als ein Christus betitelt wird.

Ob wir davon gehört haben mögen oder nicht: "Christus" ist ein Titel und nicht etwa ein Nachname wie etwa "Müller" oder so etwas in der Richtung,
sodaß es uns nicht etwa verwundern oder gar in Verwirrung stürzen sollte, wenn mehrere menschliche Figuren den gleichen Titel tragen.

Oder wäre das etwa ein gerechter Gott, der erst vor etwa 2000 Jahren zum ersten Mal in der Schöpfung einen Helden geschickt haben soll, der der Menschheit hilft, ihre karmische Last zu tragen?
Was hätten alle 'armen' individuellen Seelen in vorangegangenen Zeitaltern sagen sollen!?

Um den Faden wieder aufzunehmen: auch das Christusbewußtsein (Chaitanya) muß also zumindest potentiell (solange nicht verwirklicht) in uns vorhanden sein, um nicht zu sagen: nicht nur in uns, sondern als genau das 'Wer', das wir sind.
Das gleiche 'Wer' wurde zum Selbst in allen Wesen, also "ein-(1-)geboren", ohne etwa ein Zweites - schöpfungsweit!

Gott ist also zum Selbst in allen Wesen geworden
- zugegebenerweise: oftmals gut getarnt!

Oder:
das eine formlose Selbst, das 'Wer' ohne ein Zweites, ist zum Kosmos geworden, hat sich dadurch aufgeteilt in viele Formen, von denen jede wie ein Bruchstück eines Hologrammes die vollständige ursprüngliche 'Wer'-Information quasi feinstofflich-genetisch in sich trägt.

Nachdem allerdings die meisten Menschen in der irrtümlichen Identifikation hauptsächlich mit dem Körper hängenbleiben und als Resultat dessen das was Ego genannt wird, mit dem eigentlichen Selbst verwechseln,

hielt es das 'Wer' oder allumfassende Selbst wohl für angebracht, Sich Selbst als den zunächst hypothetischen Gottesbegriff mit ins Spiel zu bringen, damit zumindest theoretisch ein gewisser Ansatz zur Vollständigkeit des Universums wieder gegeben ist.

Der dritte und ergänzende Teil dieses Spiels ist der Prophet oder Guru oder Lehrer, der dem individuellen Selbst ein Beispiel liefert, wie es wieder zurückfinden kann zu seiner wahren, ursprünglichen 'Wer'-Identität.

"So verweilt der Sehende im Zustand der bewußten Identität als das Wesen, das er ist."







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